Barockkonzert

Musizierfreude hoch drei

Drei Komponisten, drei verschiedene Solobesetzungen und ein Vielfaches an Musizierfreude: So lautet die Kurzzusammenfassung des Konzerts des Kammerorchesters Kolbermoor, das unter der Leitung von Martin Kreidt in der Kolbermoorer Stadtpfarrkirche Heilige Dreifaltigkeit zu einem „Barockkonzert“ geladen hatte. Zum Auftakt brachte das Orchester das selten zu hörende „Concerto für Streichorchester“ B-Dur von Tomaso Albinoni zum Klingen, dessen fast frühklassizistischer melodischer Schwung den Zuhörern gleich einen anregenden musikalischen Blumenstrauß darbot. Das Orchester präsentierte das Konzert temperamentvoll und energiegeladen - ein echtes Gute-Laune-Stück.

Auch das anschließende Konzert für Sopraninoblockflöte und Orchester a-moll von Antonio Vivaldi war ein musikalischer Leckerbissen: Josef Kreidt als Solist des Konzerts setzte die hohe Sopraninoflöte hochvirtuos und strahlend in Szene und verblüffte mit Trillern, Läufen und Triolen in nahezu unerschöpflichen Varianten.

Fast ebenso selten wie die Blockflöte ist auch die Oboe als Soloinstrument zu hören. Dabei ist der direkte Vergleich der beiden Holzblasinstrumente spannend – beide können ihre Stärken zur Geltung bringen. War es bei der Blockflöte die Virtuosität und Geläufigkeit, die besonders beeindruckte, wirkte bei der Oboe der wunderbare, warme Klang des Instruments, der zu den begleitenden Streichern wunderbar passt. Dass dies gelang, war Verdienst von Maria Kaltenbrunner, die ihre weiche und runde Tongebung beim Oboenkonzert von Alessandro Marcello in d-moll gleich hervorragend einzusetzen wusste: Neben den beschwingten Rahmensätzen ist vor allem der zweite, langsame Satz wegen seines schönen Themas berühmt.
 
Beim dritten Konzert mit Solobesetzung waren zu guter Letzt sogar drei Solisten am Werk: Bei Antonio Vivaldis Tripelkonzert d-moll für zwei Geigen und Violoncello bewiesen Marinus Kreidt und Stephanie Wagenstaller (Geige) und Antonia Neussl (Violoncello), was Streichinstrumente an fingertechnisch an Virtuosität und bogentechnisch an Abwechslungsreichtum zu bieten haben. Sie lieferten sich einen Wettstreit um die schönsten und virtuosesten Passagen, ließen dabei immer ausgewogen den Mitspielern im Orchester ihren musikalischen Raum, um dann gleich selbst wieder hervorzutreten. Ein wahres Feuerwerk an Elan und Spielfreude!

Das Kammerorchester Kolbermoor bot allen Solisten ein wunderbares Fundament, auf dem sie ihr Spiel aufbauen konnten, vergaß aber dabei die eigenen Aufgaben und Stärken zu keinem Zeitpunkt: Mit viel Blickkontakt und aufmerksamem Aufeinander-Hören lieferte das Kammerorchester klangliche Präzisionsarbeit ab, die bei so transparent und fein komponierten barocken Werken unabdingbare Voraussetzung für eine interessante Interpretation ist.

Das Publikum in der sehr gut besetzten Pfarrkirche in Kolbermoor bedankte sich bei den Musikern und Orchesterchef Martin Kreidt mit viel Applaus. Eine zweite Gelegenheit, das Konzert zu hören, gibt es am kommenden Sonntag, 18. November, 17 Uhr in der Kirche St. Michael in Großhöhenrain.