Hallelujah

Halleluja-Jubel in vielen Facetten

Halleluja - mit diesem einfachen, aber doch so unvergleichlichen Jubelruf war das Konzert des Projektchors der Stadtsingschule in der Kolbermoorer Stadtpfarrkirche Hl. Dreifaltigkeit betitelt. Chorleiter Martin Kreidt hatte mit seinen Sängerinnen und Sängern ein Programm mit nahezu ausschließlich zeitgenössischen Werken zusammengestellt.

Mit Kompositionen wie „Beati quorum via integra est“ von Charles Stanford oder der „Cantique du Jean Racine“ von Gabriel Fauré zeigte der Chor durch seine dichte und intensive Gestaltung, wie melodisch schlicht, aber eingängig musikalischer Jubel sein darf, wie souverän er aber auch mit harmonisch und satztechnisch schwierigen Werken er umgehen kann, wie er es beispielsweise bei der Interpretation des „Laudamus te“ von Karl Jenkins oder des anspruchsvollen „Alleluja“ von Eric Whitacre unter Beweis stellte. Die Sopräne entrückten auch im Piano nahezu mühelos in sphärische Höhen, gehalten und geerdet durch starke Männerstimmen.

Das Kammerorchester Kolbermoor, ebenfalls mit von der Partie, war wieder einmal weit mehr als nur ein instrumentaler Stichwortgeber - bestes Beispiel: Im „Benedictus“ von Karl Jenkins baute das Orchester in seinem langen Vorspiel eine schmerzlich-schöne Spannung auf, die sich dann im gemeinsamen, ebenso beweglichen wie bewegten Musizieren intensiv entlud. Hier agierten zwei Ensembles, die sich lange kennen und musikalisch achtsam aufeinander einstellen. Für beide, Chor wie Orchester, war hier wie bei den anderen Werken des Programms eine differenzierende Dynamik ebenso selbstverständlich wie der große Stellenwert von Klang und Ton: Die Handschrift von Chor- und Orchesterleiter Martin Kreidt ist hier unverkennbar.

Mit ihrem bemerkenswert facettenreichen und atmosphärisch dichten Konzertprogramm nahmen Projektchor und Kammerorchester die voll besetzte Kolbermoorer Stadtpfarrkirche mit hinein in ihr musikalisches Halleluja – die Zuhörer dankten stehend und mit langem Applaus.

Dr. Bettina Scherbaum