Akkordeonorchester begeistert im Rosengarten

Es war wie gemalt – nur noch schöner – bei Bilderbuchwetter und traumhafter Kulisse in der alten Spinnerei am Mangfallkanal in Kolbermoor bot das Akkordeonorchester der Stadtsing- und Musikschule Kolbermoor seinen zahlreichen Gästen einen gelungenen unterhaltsamen Sommerabend. Bis zum Einbruch der Dunkelheit reisten die zahlreichen Zuhörer in ungezwungener Atmosphäre, teilweise im Liegestuhl bei einem erfrischenden Getränk, den Klängen des Akkordeonorchesters lauschend, gedanklich in ferne Länder. 

Gleich zu Beginn begleitete ein italienisches Liebeskonzert, das „Concerto d’Amore“ von Jacob de Haan, die Zuhörer in südliche Gefilde. In dem anfangs pompösen Stück, passend als Einstimmung in das ca. zweistündige Konzert gewählt, zeigte das Akkordeonorchester in einer gelungenen Darbietung, wie facettenreich das Instrument Akkordeon doch ist. In den teils jazzigen und sehr schwungvollen Passagen hatte auch der Schlagzeuger, Rochus Wede, der seit einigen Jahren bei den Auftritten des Akkordeonorchesters fester Bestandteil ist, einen überzeugenden Einstand.

Es folgte ein sehr abwechslungsreiches Programm, in dem auch Klassiker, wie der „Einzug der Gladiatoren“ von Julius Fučík und eine „Rhapsodia Andalusia“, nicht fehlten. Für Stimmung sorgten dann Lieblingssongs, wie „I sing a Liad für Di“ und „Hulapalu“, von Andreas Gabalier. Dabei bekam das Orchester sogar begeisterte gesangliche Unterstützung aus dem Publikum.

Die lateinamerikanischen Stücke, wie „Samba Negra“ von Ernst-Thilo Kalke, oder auch die „Cubanola“ von Pietro Frosini, später auch bekannte Songs von Harry Belafonte, zogen die Zuhörer durch deren tolle Rhythmik in ihren Bann. Gerade die Gäste, die es sich weiter hinten in der Lounge bequem gemacht hatten, konnten den Blick weit schweifen lassen, und den Flair des Rosengartens, den malerischen Himmel, die Gewässer und die Türme der alten Spinnerei genießen. Auch diejenigen, die unmittelbar unter der Kuppel des Musikpavillons noch einen Platz ergattern konnten, kamen auf ihre Kosten. Sie wurden mitgerissen, indem sie, Stuhl an Stuhl, vor, neben oder hinter den 13 Akkordeonspielern und –spielerinnen,  hautnah am Geschehen teilnehmen konnten. Passioniert konnten Sie beobachten, wie diese bei manch schwierigen Läufen ins Schwitzen kamen und dabei taktgenau und exakt den Anweisungen und Einsätzen ihres langjährigen Dirigenten, Michael Weingartner, folgten. Sie vemochten schließlich in ihren Gesichtern lesen, wie glücklich und zufrieden sie waren, wenn das Publikum die wunderbaren Darbietungen mit einem tosenden Applaus belohnte. 

Sehr professionell und unterhaltsam führte die Moderatorin, Alexandra Frank-Klebe, durch das Programm. Sie konnte sich dennoch nicht verkneifen, ihren Lieblingsdirigenten zwischendurch auch mal aufs Korn zu nehmen, und damit zur Belustigung des Publikums beizutragen.

Die berauschende Stimmung, die schlussendlich durch drei Zugaben quittiert wurde, machte Lust auf eine Wiederholung dieses unvergesslichen Konzerts des Akkordeonorchester Kolbermoor im nächsten Jahr.