Einstimmung auf Weihnachten

Weihnachtsmusik mit Goldrand

Das Warten auf das Christkind ist für manche eine Geduldsprobe, für andere sind die Vorbereitungen auf das Weihnachtsfest eher eine Probe für die Nerven. Da war das Konzert des Projektchors der Stadtsingschule zur „Einstimmung auf Weihnachten“ am Tag vor Heilig Abend für alle gleichermaßen genau das Richtige. Für die ungeduldig Wartenden war die musikalische Einstimmung ein verheißungsvoller Auftakt auf die Festtage, für die von den Vorbereitungen Beanspruchten wurde sie ein Punkt der Ruhe und des Ankommens in den Feiertagen.

 

Chorleiter Martin Kreidt hatte mit seinem Projektchor ein erfreulich kurzes, dafür aber umso geschickter ausgewähltes Programm vorbereitet, das weihnachtliche Lieder ganz unterschiedlichen Charakters und verschiedenster Epochen bemerkenswert gut miteinander kombinierte. So bildete etwa das noch recht dunkle „Es kommt ein Schiff geladen“ den ruhigen Auftakt, der in der Fortsetzung musikalisch stetig heller wurde: Verschiedene Lichtakzente setzen hierbei nicht nur die schwelgenden Kompositionen „Candellight Carol“ und „Christmas Lullaby“ von John Rutter, sondern gerade auch schlichte alpenländische Weisen wie „Schlaf, schlaf, holdseliges Jesulein“, immer wieder auch unterbrochen durch eher strengere Werke wie das A-capella gesungene „O magnum mysterium“ von Tommaso Luis de Victoria. Der Chor brachte durch seinen homogenen Klang und seine bewegliche Gestaltung aller Lieder deren innersten Charakter wie selbstverständlich zur Geltung. Einen zusätzlichen musikalischen Farbglanz erhielten die Chorlieder durch das Kammerorchester Kolbermoor, das einfühlsam die Vor- und Zwischenspiele übernahm und aufmerksam begleitete. Gerade im abwechslungsreichen Einsatz von Chorstimmen und Orchesterinstrumenten erzeugte Martin Kreidt eine kurzweilige und die Phantasie anregende Gestaltung der zumeist vielstrophigen Lieder, wenn zum Beispiel einzelne Strophen nur durch die Frauenstimmen übernommen wurden oder etwa die letzte Strophe eines Liedes durch eine neu hinzutretende strahlende Blockflötenstimme gleichsam einen musikalischen Goldrand erhielt. Die Zuhörer in der übervoll besetzten Kolbermoorer Kirche Heilige Dreifaltigkeit, die sich auf diesen vorweihnachtlichen Moment von Anfang an eingelassen hatten, belohnten die Mitwirkenden mit langem, frohem Applaus.

Dr. Bettina Scherbaum